Gregor Glogowski und Benjmain Hoesch nutzen Strategien aus der Performance, der Bildenden Kunst und dem zeitgenössischen Musiktheater, um die herausfordernden und paradoxen Ordnungen unseres Zusammenseins hervortreten zu lassen. Dabei arbeiten sie oft mit scheinbar abstrakten und formalen Setzungen, die aber in der gemeinschaftlichen Wahrnehmung des Publikums widersprüchliche Vorstellungen aufscheinen lassen, die Erwartungshaltung an eine Aufführung selbst zum Thema machen und die Grenzbereiche unserer sinnlichen Wahrnehmung ausloten.

Sie setzten sich mit Isolation, Selbstoptimierung und weißem, männlichen Terrorismus in ihrer Arbeit UNA SOLO (2018) auseinander, wofür sie einen Virtuosen aus der Neuen Musik-Szene auf die Bühne baten. In Ihrer aktuellen Arbeit MATTER OF FACTS (2020), in Kollaboration mit den beiden Perkussionistinnen Yuka Ohta und Yu-Ling Chiu, verhandeln sie Schlagwerk und Rhythmus als Performance und Choreografie, die unser Begehren nach einem kollektiven Körper offenlegt. Dabei dekonstruieren sie das traditionelle Schlagwerk hinsichtlich Geschlechterbilder, Vorstellungen von physischer Kraft und Synchronizität.

Nach unterschiedlichen künstlerischen Werdegängen führte Gregor Glogowski und Benjamin Hoesch das Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen zusammen. Ihre Arbeiten entstehen mit zahlreichen Kompliz*innen verschiedener Disziplinen und wurden international zu Festivals eingeladen (Körber Studio Junge Regie, Radikal Jung Festival, TONLAGEN Festival der zeitgenössischen Musik am Festspielhaus Hellerau, World Stage Design Scenofest in Taipeh/Taiwan) und sie übernahmen Lehraufträge an der Taiwan National University of the Arts und der HKU University of the Arts Utrecht.