Tactile Prototypes

Ein Entfaltungs- und Zähmungsprozess zugleich. Zu Beginn noch an Hörnerven zerrende Gestaltlosigkeit eines gewaltigen, stehenden Klangbandes. Dieses in immer weiterer Zerteilung, Verfeinerung und Detail-Formung: Ur-Klang und Spät-Kultur ... Unwillkürlich musste man an jene Künstler denken, die zu Beginn der industriellen Moderne und deren regulierenden Zumutungen Ausschau hielten nach den Wurzeln alles Klingenden mit seiner Macht und seinen Attraktionen – an Debussy, Strawinsky, Varèse. (Bernhard Uske, FR)

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Wie hat ein Musikinstrument eigentlich auszusehen und zu klingen, um als solches anerkannt zu werden? Wo verläuft die Grenze zwischen Handwerk und Do-It-Yourself? Zwischen profundem Tun und engagiertem Dilletantismus?

In der Tradition der westlichen Musik gilt das Gesetz der Darwin'schen Selektion: die Musikinstrumente, die wir heute kennen, sind nur der eine Teil der Geschichte. Ihre Erscheinungsform beruht auf Kompromissen und Normierungen. Was wurde aussortiert? Wie könnte alles ganz anders klingen?

»Tactile Prototypes« versammelt eine ganze Reihe eigenwilliger Saiteninstrumente, hybrider Formen und instrumenteller Freaks, die live bespielt und zum Klingen gebracht werden. Die Performer Gregor Glogowski und Diego Ramos Rodríguez begeben sich dabei auf die Suche nach den Randgeräuschen, abseits des wohltemperierten Klangs. Ein szenisches Konzert zwischen physikalischer Klangforschung, gemeinsamer Improvisation, analoger Elektronik und Proto-Folk-Music beginnt.

Tactile Prototypes wird gefördert von dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Die Residenz der Entwicklung der Instrumente fand mit der freundlichen Unterstützung des Mousonturm Frankfurt am Main statt. Geprobt u.a. im Z - Zentrum für Proben und Forschung und im Kontor in Leipzig.

Konzept: Gregor Glogowski, Friedrich Hartung, Diego Ramos Rodríguez Music und Performance: Gregor Glogowski und Diego Ramos Rodríguez Instrumentenbau: Friedrich Hartung Light-Design: Benjamin Hoesch Sound-Design: Davide Gagliardi
Fotos: Christian Schuller

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